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Montuïri:


TALAYOT SON FORNÉS

Am liebsten habe ich immer Son Fornés besucht. Das Gelände liegt nahe des Ortes Montuiri und ist eine der bedeutendsten und besterhaltenen talayotischen Siedlungen Mallorcas. Seine Entstehung wird in die Hauptphase des Talayoticums, um das Jahr 900 v. Chr. datiert. Von 550 v. Chr bis etwa 250 v. Chr, kam eine neue Bauphase hinzu, die vorhandene Baumasse aus früherer Zeit mit in die Konstruktion einbezog. Auch noch während der geschichtlichen Epoche, in der Mallorca unter punischer und römischer Herrschaft stand, wurde an Son Fornés weitergebaut. Erst kurz vor dem Fall des Weströmischen Reiches, gegen Ende des fünften Jahrhunderts unserer Zeit, verlieren sich die Zeichen einer Besiedlung der Anlage.

 
   

Talayot Nummer 1 ist nach heutigen Erkenntnissen rund 3000 Jahre alt.
Talayot Nummer 1 ist nach heutigen Erkenntnissen rund 3000 Jahre alt.
Er zählt zu den Größten bisher entdeckten Talayots auf Mallorca.
Er zählt zu den Größten bisher entdeckten Talayots auf Mallorca.
Ein enger, fünf meter langer Gang, führt in sein Inneres.
Ein enger, fünf meter langer Gang, führt in sein Inneres.
Neben dem Eingang ist noch eine kleine Kammer in die Wand eingelassen.
Neben dem Eingang ist noch eine kleine Kammer in die Wand eingelassen.
Die typische Mittelsäule diente als Stütze für das Dach.
Die typische Mittelsäule diente als Stütze für das Dach.
Selbst Gabriela muss sich ganz schön bücken um durch den Gang zu kommen.
Selbst Gabriela muss sich ganz schön bücken um durch den Gang zu kommen.
Daneben erstrecken sich die Grundmauern der einstigen Wohngebäude.
Daneben erstrecken sich die Grundmauern der einstigen Wohngebäude.
Dieses Karree war in Posttalayotischer Zeit vermutlich ein Heiligtum.
Dieses Karree war in Posttalayotischer Zeit vermutlich ein Heiligtum.
Hier zogen sich in Talayotischer Zeit die Wohngebäude entlang.
Hier zogen sich in Talayotischer Zeit die Wohngebäude entlang.
Ich frage mich, wie die Einwohner damals, den Berg Randa wohl nannten?
Ich frage mich, wie die Einwohner damals, den Berg Randa wohl nannten?
Die runden Bodenöffnungen sind Vorratsbehälter aus römischer Zeit.
Die runden Bodenöffnungen sind Vorratsbehälter aus römischer Zeit.
Einer der wenigen schattigen Rastplätze auf dem Gelände von Son Fornés.
Einer der wenigen schattigen Rastplätze auf dem Gelände von Son Fornés.
In diesem Talayot ist sogar eine Wendeltreppe auf der rechten Seite zu sehen.
In diesem Talayot ist sogar eine Wendeltreppe auf der rechten Seite zu sehen.
Die Ausgrabungen um Talayot Nummer 3 begannen im Jahre 2002.
Die Ausgrabungen um Talayot Nummer 3 begannen im Jahre 2002.
Der konische Stein erinnert mich an einen<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Omphalos" target=_blank> Omphalos</a>.
Der konische Stein erinnert mich an einen Omphalos.
Zum Glück habe ich für mein Auto einen schattigen Parkplatz gefunden.
Zum Glück habe ich für mein Auto einen schattigen Parkplatz gefunden.

Talayot Nummer 1 hat 17 Meter Durchmesser und 3,5 Meter Höhe. Seine fünf Meter dicke Wand besteht aus zwei Rundmauern, deren Zwischenraum mit Steinen und Erde gefüllt ist. Die einzelnen Steinblöcke haben ein Gewicht bis zu neun Tonnen. Ein fünf Meter langer, niedriger Korridor führt nach innen. Hier hat man Reste von Scharnieren gefunden, die den Verschluss durch eine Holztür vermuten lassen. Im Innenraum befindet sich die erhaltene Mittelsäule, die das Dach stützte, zwei Feuerstellen, eine niedrige halbrunde Mauer und eine kleine, in die Mauer eingelasse Kammer, deren Sinn bis heute unklar ist (ich tippe auf Kühlschrank). Der Talayot diente wohl als Vorratslager, denn man fand ihn angefüllt mit den Überresten geschlachteter Rinder, Ziegen und Schweine.

Talayot Nummer zwei ist deutlich kleiner als der Erste und etwas Besonderes unter allen bisher bekannten Talayots Mallorcas. Er besaß nicht den allgemein üblichen Eingangskorridor. Um hinein zu gelangen, musste man von außen auf das Dach steigen und konnte dann auf einer innen in die Wand eingelassenen Wendeltreppe, bequem nach unten gehen. Die hier gefundenen Keramiken unterscheiden sich von der damals üblichen, einfachen Gebrauchskeramik so deutlich, dass vermutet wird, es handelt sich bei diesem Talayot um eine besondere Versammlungsstätte. Hier kam wahrscheinlich nur ein kleiner Kreis von Personen zusammen. Vielleicht Priester, oder die Führer des Dorfes, um rituelle oder politische Zusammenkünfte abzuhalten.



Ausgrabung

 
   

Cristina, die Leiterin von Son Fornés, bespricht mit ihren Kollegen das Vorgehen.
Cristina, die Leiterin von Son Fornés, bespricht mit ihren Kollegen das Vorgehen.
Die Kollegen, das sind Archäologen und Helfer aus verschiedenen Ländern.
Die Kollegen, das sind Archäologen und Helfer aus verschiedenen Ländern.
Jedes noch so kleine Steinchen muss von Hand überprüft werden.
Jedes noch so kleine Steinchen muss von Hand überprüft werden.
Das ist schweißtreibende Arbeit in brütender Augusthitze.
Das ist schweißtreibende Arbeit in brütender Augusthitze.
Feuerstellen werden besonders sorgfältig freigelegt.
Feuerstellen werden besonders sorgfältig freigelegt.
Mit Ascheresten lassen sich relativ genaue Datierungen vornehmen.
Mit Ascheresten lassen sich relativ genaue Datierungen vornehmen.
Während einer Grabung werden Tonnen von Erdreich zum aussieben weggeschafft.
Während einer Grabung werden Tonnen von Erdreich zum aussieben weggeschafft.
Zur Erfrischung gibt Cristina zwischendurch eine willkommene Runde Eis aus.
Zur Erfrischung gibt Cristina zwischendurch eine willkommene Runde Eis aus.

In verschiedenen Ausgrabungskampagnen, die meist während der Semesterferien, im Sommer, stattfinden, sind in den zurückliegenden Jahren weitere Teile von Son Fornés freigelegt worden. Dazu kommen Archäologen und Helfer aus ganz Europa nach Montuïri.

Bisher sind die Reste von drei Rundtürmen mit daran angrenzenden Wohngebäuden freigelegt worden. Platz genug für rund 400 bis 500 Menschen, die in talayotischer Zeit hier gelebt haben könnten. Da sich der größte Teil des Geländes aber noch in der Erde verbirgt, sind bei zukünftigen Grabungen durchaus Überraschungen möglich.



Archäologisches Museum Montuiri

 
   

Das Museum ist in einer historischen Mühle am Ortsrand von Montuiri.
Das Museum ist in einer historischen Mühle am Ortsrand von Montuiri.
Schautafeln erklären die geschichtlichen Zusammenhänge.
Schautafeln erklären die geschichtlichen Zusammenhänge.
In mühevoller Kleinarbeit werden Tonscherben wieder zusammengesetzt.
In mühevoller Kleinarbeit werden Tonscherben wieder zusammengesetzt.
Zu den häufigen Gästen gehören Schulklassen aus der Umgebung.
Zu den häufigen Gästen gehören Schulklassen aus der Umgebung.
Bei Ausflügen wird hier den Kindern die Geschichte der Insel vermittelt.
Bei Ausflügen wird hier den Kindern die Geschichte der Insel vermittelt.
Diese Amphoren stammen aus den Zeiten Punischer und Römischer Herrschaft.
Diese Amphoren stammen aus den Zeiten Punischer und Römischer Herrschaft.
Der große Talayot wurde voller Knochen geschlachteter Tiere entdeckt.
Der große Talayot wurde voller Knochen geschlachteter Tiere entdeckt.
Diese besonders schönen Gefäße wurden vermutlich bei Zeremonien verwendet.
Diese besonders schönen Gefäße wurden vermutlich bei Zeremonien verwendet.
Paula und Albert gehören zum Wissenschaftlerteam, das hier arbeitet.
Paula und Albert gehören zum Wissenschaftlerteam, das hier arbeitet.
In Workshops wird Wissen über die Kultur der Talayots vermittelt.
In Workshops wird Wissen über die Kultur der Talayots vermittelt.
Hier haben Erwachsene und Kinder Spaß beim Bau eines Mini-Talayot.
Hier haben Erwachsene und Kinder Spaß beim Bau eines Mini-Talayot.
Bei mir ist dieses Modell des großen Talayot dabei herausgekommen.
Bei mir ist dieses Modell des großen Talayot dabei herausgekommen.

Dass über Son Fornés, trotz fehlender Überlieferungen, vergleichsweise viel bekannt ist, verdanken wir einem kleinen Museum in Montuiri, das sich ausschließlich mit diesem Fundort befasst. Hier arbeiten Archäologen der Autonomen Universität Barcelona, die seit 1975 auf dem Gelände wissenschaftliche Grabungen durchführt. Anhand der dabei gemachten Funde wird das Leben in Son Fornés, während seiner rund 1.500-jährigen Besiedlung, rekonstruiert und dokumentiert. Die wichtigsten und interessantesten Fundstücke landen dann hier in einer schönen Ausstellung.

Ich empfehle, einen Besuch von Son Fornés, auf jeden Fall im Museum zu beginnen. Mit dem entsprechenden Hintergrundwissen wird der Gang über das Ausgrabungsgelände ein viel tieferes Erlebnis, als die oberflächliche Besichtigung alter Steine.


  • Archäologisches Museum geöfffnet (Stand der Infos 16.12.2016):
    März-Oktober, Mo-Fr von 10-17 Uhr. November-Februar, Mo-Fr von 10-14 Uhr
    Jeden letzten Sonntag im Monat Eintritt frei, von 10 bis 14 Uhr.

  • Telefon: 971 64 41 69





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