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Ca'n Picafort:


NEKROPOLE VON
SON REAL

Die Nekropole (Totenstadt) Son Real ist zusammen mit den Gräbern auf dem nahen Inselchen Illa des Porros, sicher eine der spektakulärsten archäologischen Fundstätten Mallorcas. Sie liegt östlich von Ca'n Picafort direkt an der Küste. Um sie zu erreichen bin ich vom Hotel Son Bauló rund 1,2 Kilometer am Strand entlang gegangen.

Obwohl Mallorca von talayotischen Siedlungen übersät war, wurden so gut wie keine Gräber gefunden. Außer diesem Gelände, das einst als großer Friedhof diente. Die Gräber waren in Form von verkleinerten Talayots und Navetas gebaut, den Wohnbehausungen jener Zeit. Der Gedanke liegt nahe, dass auf diese Weise die Toten quasi in ihrem gewohnten Haus weiterleben sollten.

(Die schlechte Bildqualität kommt von meiner Sony-Mavica Kamera, die mit 1,3 Megapixel 2002 das Modernste war.)
 
   

Die Gräber waren den Häusern der damaligen Zeit nachempfunden.
Die Gräber waren den Häusern der damaligen Zeit nachempfunden.
Ein rundes Grab in talayotform und eines mit dem Grundriss einer Naveta.
Ein rundes Grab in talayotform und eines mit dem Grundriss einer Naveta.
Bei Winterstürmen wird der Friedhof immer wieder von den Wellen überflutet.
Bei Winterstürmen wird der Friedhof immer wieder von den Wellen überflutet.
Aber auch jugendliche Enduro-Rowdies tragen zum Verfall des Geländes bei.
Aber auch jugendliche Enduro-Rowdies tragen zum Verfall des Geländes bei.

Den Beginn der Nutzung dieses Geländes als Begräbnisstätte, wird zwischen dem 7. bis 4. Jahrhundert v.Chr. vermutet. Die Herkunft der hier Bestatteten ist unklar, da bis heute keine zugehörige Siedlung gefunden wurde. Die Vermutung, dass es sich um phönizische Gräber handelte wird mittlerweile ausgeschlossen. Fundstücke aus den Gräbern von Son Real sind im „Monografischen Museum von Poŀlèntia“ (Museu monogràfic de Poŀlèntia) in Alcúdia ausgestellt.

Als Grabbeigaben wurden Waffen, Schmuck und Alltagsgegenstände gefunden. Aufsehen erregegten zwei Schädel mit deutlichen Spuren von chirurgischen Eingriffen. Sie trugen Anzeichen einer kreisrunden, zentimetergroßen Öffnung, die der Betroffene überlebt haben musste, da sie wieder zugewachsen war. Die Schädelbohrung gehört zu den ältesten Methoden der Chirurgie und wurde auch von Griechen und Römern angewendet.

Aktuell sind es noch 73 Gräber, die unmittelbar am Ufer den Wellen trotzen. Neben den schweren Winterstürmen sorgen heutzutage jugendliche Rowdies und Endurofahrer dafür, dass ständig etwas mehr von dieser alten Kultstätte, die fast dreitausend Jahre überdauert hat, zerstört wird.





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